Google’s Video Viewer von DVD-Jon gehackt.

Je verbreiteter ein Dienst ist, umso stärker exponiert ist er gegenüber Angriffen aus der Hacker-Szene. So nun auch geschehen beim brandneuen Dienst von Google, dem “Video Viewer”.

Ob Google es mit dem vergangene Woche freigegebenen “Video Viewer” nun gut meint oder nicht, darüber mögen sich die Geister streiten. Doch des Norwegers Jon Lech Johansen “DVD-Jon” Geist reichte wieder mal weiter. Er streitet nicht, er handelt - und zwar sofort.

Google’s Video Viewer basiert auf der Open-Source-Software Video LAN Client 0.8.2 (VLC), die sich dadurch auszeichnet, daß sie jede Menge unterschiedlicher Video-Formate unterstützt. Eine Änderung, die Google gegenüber dem VLC vorgenommen hat, ist, daß der Video Viewer nur Video abspielt, die auf Google-Servern unter video.google.com gehostet sind. Johansen veröffentlichte nun einen Patch, der diese Beschränkung des Browser-Plug-ins umgeht. Somit können jetzt mit dem Video Viewer auch Videos von anderen Websites angesehen werden.

Da die Suche nach Multimedia-Content derzeit wohl die Fantasien der Suchmaschinenbetreiber und Börseaner besonders antreibt, sah sich Google mit seiner Suche für Videoinhalte wohl dazu gezwungen, das Projekt noch in der Beta-Phase ins Netz zu stellen. Denn Yahoo, Blinkx und AOL arbeiten auch mit Hochdruck an der Video-Suche.

Seit Google erst Anfang der Woche den Video-Viewer veröffentlicht hat, können die Videos auch prinzipiell direkt betrachtet werden. Die Broadcasting-Services wie CNN oder MSNBC können ihre Video-Beiträge bei Google hochladen. Der Viewer läuft wohlweislich sowohl auf Internet Explorer als auch Mozilla Firefox.

Ein Schönheitsfehler hat DVD-Jon’s Patch jedoch: Zur Installation seines Patches ist Microsoft .Net Framework notwendig, was die Verbreitung ein klein wenig einschränkt. Allerdings ist es wiederum kurios, daß Johansen’s Patch auf dem Quellcode für eben das Video Viewer Plug-in basiert, den Google selbst unter GNU Public License - also ebenfalls als OpenSource - veröffentlichte. Somit hat sich Google dabei selbst wohl einen Bärendienst erwiesen.

DVD-John machte vor Jahren bereits auf sich aufmerksam, als er den Verschlüsselungsmechanismus von DVDs geknackt hat. Im Frühjahr schlug er bereits schon dem Herstellet Apple mit einer Applikation ins Gesicht, die es ermöglichte, von Apples iTunes-Shop Musik herunter zuladen, die sich nach Belieben oft brennen und kopieren ließ. Man mußte die Downloads zwar noch bezahlen - die Songs waren jedoch nicht mehr durch Digital Rights Management (DRM) geschützt. Apple schaltete den Hack kurz darauf wieder ab.

Datum: 02.07.2005 16:12 - Rubrik: Artikel / Perlen & Strandgut - Author: spacedrops

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